Die Schreibtigall

Es ist mitunter unbegreiflich, woher Ideen kommen. Von einem Schritt zum nächsten sind sie da, viel  umfangreicher, als man in einem so kurzen Augenblick meint denken zu können. 

Seit einiger Zeit habe ich aber einen Verdacht, wer dafür verantwortlich sein könnte; es ist die Schreibtigall, ein kleiner, vielfach begabter und sehr zutraulicher Vogel.

Die Schreibtigall begegnete mir vor einigen Wochen. Sie hüpfte in meinem Kopf herum (vermutlich hielt sie sich dort schon viel länger auf, aber erst vor ein paar Wochen hat sie sich mir offenbart.)

Zuerst hat sie mir ihren englischen Namen verraten: "Writingale". 

Sie sprüht vor Kreativität, und wenn sie ihre zarte Stimme hebt und singt, kommen nicht nur Töne, sondern ganze Wörter aus ihrem niedlichen Schnabel.

"Ich bleibe bei dir und singe für dich/

und du sollst es schreiben/

denn das kann ich nicht."

So ungefähr sang sie, hüpfte auf meinem Notizblock herum und hinterließ ein paar unbeholfene Kleckse, die ein bisschen an Buchstaben erinnerten.

"Ist gut, ich schreibe", versprach ich. "Aber ich schreibe auf Deutsch, wie nennen wir dich dann?"

Es dauerte eine Weile, bis uns, dank einiger Hilfe bei Twitter, ein angemessenes Equivalent  einfiel. 

Nun lebt die Schreibtigall bei mir. Manchmal singen wir gemeinsam, das geht schon sehr gut. Immer öfter klappt es auch, dass sie singt und ich schreibe. 

Ich freue mich in jedem Fall, dass sie da ist, und auf all das, was wir gemeinsam zu Papier bringen werden.

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