Einpark-Paranoia

Viele Jahre hatte ich kein Auto. Brauchte ich auch nicht. Streng genommen brauche ich es auch jetzt nicht wirklich. Die meiste Zeit steht es nur im urbanen Raum herum und stresst mich.

Der Volksmund hat zwar recht, wenn er sagt "Fahren verlernt man nicht." - Aber einparken!

Meine Schwester erzählt immer stolz, dass sie die Stimme von unserem Fahrlehrer hört, wie er Anweisungen gibt, und so parkt sie locker easy ein.

Ich hab die Stimme auch noch im Ohr. Das Einparken klappt trotzdem nicht.

Und so ist es neulich passiert; beim rückwärts-am-Hang-in-die-einzige-letzte-kleine-Parklücke-Einparken habe ich den Wagen vor mir leicht gestreift. 

War zum Glück nur ein winziger Lackschaden, mit dem Eigentümer habe ich mich schnell einigen können. Trotzdem verfolgte mich in den nächsten Tagen die Angst, das Auto wieder wegzubewegen. Denn wegbewegen heißt, es auch früher oder später wieder einparken zu müssen. 

Beim nächsten Mal raste mein Herz in der Brust und mein Bein fing fürchterlich an zu zittern. Nicht gerade praktisch, wenn man damit noch auf die Kupplung drücken muss ...

Als das Auto (diesmal ohne Unfall!) stand, war ich schweißgebadet. 

Danach habe ich mich immer wieder einmal gezwungen, loszufahren und einparken zu üben. Es klappt langsam etwas besser, auch wenn ich es mir dreimal überlege, ob ich zu einer bestimmten Uhrzeit wirklich noch wegfahren und den Parkplatz aufgeben muss.

Letzte Woche musste ich morgens mein Auto noch umparken, weil der nächtliche Stellplatz ab 8 Uhr offiziell Ladezone ist. Zum Glück fand ich recht schnell eine neue Parklücke. 

Mein Einparkmanöver wurde von einem Straßenkehrer kritisch beobachtet. Das machte mich ja so gar nicht nervös! Nach dem Aussteigen ging ich um das Auto herum. Nichts zu sehen. Keine Schramme, kein Kratzer, keine Beule. Was hatte der Straßenkehrer denn?

Ich sprach Ihn an. Hatte ich doch ein anderes Auto beschädigt?

Er schüttelte den Kopf. "Nein, aber Sie haben genau auf dem Haufen geparkt, den ich gerade zusammengekehrt habe!"

Na prima! - Wieder ausparken musste ich aber seinetwegen nicht. 

"Das fege ich dann beim nächsten Mal auf."

Hm, mal sehen, wie geduldig er ist. Ich habe nämlich nicht die Absicht, meinen Parkplatz so schnell wieder herzugeben!

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