Von der Schreibtigall geküsst

Es begann mit einem Traum in der Nacht. Plötzlich wurde mir etwas über einen Protagonisten klar, das ich bislang nicht auf dem Schirm gehabt hatte. Diese Information über sich hatte er mir verschwiegen. Aus gutem Grund, wie ich nun wusste. Den ganzen Tag stand ich ein bisschen neben mir. Sollte ich das wirklich so schreiben? Das konnte ich doch nicht machen. Er war doch vorher so perfekt gewesen!

Ich schob den Gedanken während der Arbeit vor mir her, doch so ganz wollte er mich nicht loslassen. 

Als der Arbeitstag abends um halb neun beendet war, hüpfte die Schreibtigall auf meine Schulter und zog mir mit dem Schnabel am Ohr. 

"Schreib das auf. So! Jetzt!" - Ooookaaayyyy ...

Zu Beginn zögerte ich noch. So ganz wollte ich die Erkenntnis noch nicht wahrhaben. Doch die Schreibtigall gab keine Ruhe und so begann ich zu tippen.

Es wurde halb zehn. Es wurde elf. Und dann schlug es Mitternacht. Und die Wörter flossen nur so aus meinen Fingern. Das war mir schon lange nicht mehr passiert. Fast 4000 Wörter fanden in der Nacht ihren Weg auf die digitalen Seiten. 

Um kurz nach ein Uhr nachts streckte ich die Arme und die Schreibtigall steckte zufrieden ihren Kopf unter den Flügel. 

"Hab ich dir doch gesagt, dass das so richtig ist", zwitscherte sie noch.

Ja, sie hatte mal wieder recht. Und ich habe am nächsten Tag fleißig weitergeschrieben. 

So macht das Autorinnenleben doch Spaß! 

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