Alibi-Einkauf

Schon zwei Minuten starrt der Mann vor mir an der Kasse auf die Einkäufe, die ich in meine Korb gesammelt habe. Er beobachtet, wie ich die einzelnen Teile auf das Kassenband lege. In seinem Blick lese ich Verwunderung. So langsam zweifle ich an mir selbst. Habe ich etwa verschimmelte Lebensmittel eingepackt?

 

„Entschuldigung, passt Ihnen etwas an meiner Auswahl nicht?“

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Der geneigte Mensch

Warnschild mit Menschen, die mit gesenktem Kopf auf ihr smartphone starren. Darunter die Warnung Achtung Smombie!
CC BY 2.0

Wie oft habt ihr heute schon auf euer Handy geschaut? Jetzt, da ich den Artikel schreibe, ist es 10 Uhr morgens - und ich habe schon 3 Minuten lang mein Smartphone benutzt. 

Vermutlich liege ich da immer noch unter dem Durchschnitt. Trotzdem; auch die 3 Minuten waren eigentlich überflüssig. Besonders direkt nach dem Aufstehen! 

Wie so viele Menschen unserer Gesellschaft bin auch ich den Verlockungen des Smartphones erlegen. Mal schnell WhatsApp checken, Instagram-Feed ansehen, Mittagessen fotografieren und im Status posten. Dass sich bei dieser Neigung noch etwas ganz anderes bewegt, zeigen neue Forschungen.

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Wo geht's hier zur Komfortzone?

Okay, okay, okay, wir wissen alle, dass das Leben kein Ponyhof ist. Macht nichts, weil die wenigsten von uns reiten können. 

Ja, wir wissen auch; Lehrjahre sind keine Herrenjahre.

Und ja; hätten wir einen Job mit einem Jahreslohn von 70.000€ gewollt, hätten wir uns vielleicht auch sinnigerweise für ein Ingenieursstudium entschieden. 

Aber nur weil man ja im Leben nie auslernt, heißt das nicht, dass man mit knapp 30 von seinem Einkommen nicht leben können darf.

Nur weil wir Geisteswissenschaftler sind, arbeiten wir nicht weniger hart - auch unsere Arbeitstage dauern 8 und mehr Stunden. 

Von der grundsätzlichen Ungerechtigkeit, dass Frauen immer noch weniger verdienen als Männer, fangen wir gar nicht erst an.

 

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Vergnügungssteuer?

Am Wochenende war ich seit Langem mal wieder in einem richtigen Kino. Da es hier in meiner Stadt nur ein Kino gibt, zumal mit einer sehr beschränkten Filmauswahl, hatte ich auch lange nicht das Bedürfnis, mir unbedingt einen Film auf Großleinwand anzuschauen. 

Aber am Samstag konnte ich dann doch mal den Gutschein einlösen, den meine ehemaligen Kollegen mir zu meinem letzten Geburtstag geschenkt haben. Für den Eintritt zahlte ich mit meinem Freund zusammen 18 Euro. Im Parkett (was hier die ersten drei Reihen sind). 

Am Snack-Tresen hätte ich jedoch beinahe Känguru-ähnliche Anfälle bekommen. Für das 2er-Menü (bestehend aus 2 kleinen Getränken und 2 kleinen Tüten Popcorn) wurden 18.50 Euro verlangt.

 

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Bitte reden Sie in ganzen

"Kennt ihr ...?" 

Was auch immer gemeint ist, bleibt im Raum stehen - oder wird nonverbal mit Gesten dem angebrochenen Satz hinzugefügt.

Nein, ich will mich hier nicht grundsätzlich über Sprachverfall aufregen, und anprangern, dass es in der deutschen Sprache zu viele Angli- und sonstige -ismen gibt. Auch wäre es sicherlich ein ergiebiges Thema, über fehlende Kasusangleichungen oder überhaupt korrekte Kasusnutzung zu lamentieren. Das wurde an anderer Stelle aber schon ausführlichst von anderen übernommen. 

Was mich viel mehr stört, sind unterlassene Höflichkeitsformen und einzelne Worte, die Sätze ersetzen sollen. 

 

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Früher war das in Sepia

Neulich mal wieder in der WG-Küche. Jemand hat eine Packung mit Eisentabletten herumliegen lassen. Aus Langeweile lesen wir die Inhalts-beschreibung - erstaunlich, was da so alles drin ist. Es sind offenbar nicht gepresste Schrauben, vielmehr klingt es nach einem ganzen Chemiebaukasten. Viele der Inhaltsstoffe enden irgendwie auf -tin, -cid oder -ol ... 

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Motivation + Disziplin = Perfektes Leben

Ein Thema für eine Masterarbeit zu finden, war nicht schwer. Literatur zu finden, ist ebenfalls kein Problem. 

Theoretisch habe ich sogar einen Masterplan, wie das alles zu schaffen ist. 100 Seiten in 6 Monaten - das dürfte für eine Autorin doch zu schaffen sein. 

In der Theorie alles schön und gut. In der Praxis kommen allerdings noch zwei weitere wichtige Komponente hinzu: Motivation und Disziplin. Und mit diesen beiden habe ich irgendwie noch keinen passenden Vertrag abschließen können.

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Welt der Wunder - Werbung, die erste

Meine Mitbewohnerin und ich sitzen am Küchentisch über den Resten vom Mittagessen. Zum Nachtisch blättern wir durch die Prospekte des Anzeigenblatts, das allwöchentlich im Briefkasten liegt, jeden Aufkleber von "Bitte keine Werbung" ignorierend.

"Ach, lass uns doch mal schauen, was wir uns als Studenten alles nicht leisten können", sagt die Mitbewohnerin und schlägt den ersten Katalog auf.

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Die WG über uns

Seit ich wieder in meiner alten WG wohne, kann sich mein Smartphone eigentlich zur Ruhe setzen. Zumindest, was die Weck-Funktion betrifft. Und das nicht, weil ständig jemand etwas von mir wollte, sondern weil jemand anders nicht aufstehen mag. 

Der Mensch, der in der WG über mir wohnt, nutzt gerne und ausgiebig die Weck-Funktion seines Handys. Irgendwann nachts legt er es neben sein Bett und scheint die genaue Position über Nacht zu vergessen und morgens obendrein das Klingeln zu überhören.

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Just one last Fika

Wenn ich Montag "letzte Woche" sage, wird es nicht nur die vergangene Woche sein, sondern auch meine letzte Woche in Schweden. Nach fünf Monaten muss ich meine Koffer wieder packen und diese Stadt verlassen, die mir über das letzte halbe Jahr so vertraut geworden ist. Es fühlt sich komisch an, länger, irgendwie ewig. 

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1 Monat Schweden

Es ist der Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Nun bin ich schon einen Monat in Lund und es fühlt sich an wie eine Ewigkeit. Zum Glück im positiven Sinne. 

Der Arrival-Day am 16. August liegt nur vier Wochen zurück, aber in der Zeit habe ich so viel erlebt, dass es eigentlich auch für  zwei Monate reicht. Und EIGENTLICH habe ich mir auch vorgenommen, jeden Tag Tagebuch zu schreiben. Aber, was soll ich euch sagen, ich hinke zur Zeit fünf Tage hinterher... 

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Für's Leben gelernt

Mitunter stellt Student*in*x sich schon die Frage, ob und wann man das, was man sich für die Klausuren in den Kopf hämmert, jemals brauchen kann.

Wann lassen sich Medientheorien, postgenitale Politik und Literaturthesen nutzen? Kann man das essen, kann man damit tatsächlich Geld verdienen?

Allgemein bestätigt wurde das bislang noch nicht - weshalb man sich doch häufig auf das Bulimie-Lernen verlegt: Alles irgendwie in sich rein fressen und in der Klausur auskotzen.

Danach ist das angebliche Wissen meistens für allezeit weg.

Man will sich auch nicht unbedingt dran erinnern. So gut geschmeckt hat es dann doch nicht.

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