Kapitel 24 - Weihnachtsüberraschungen

Alena

Tanne, Kartoffeln, Fisch, Schokolade und Kerzenwachs. Ich schließe die Augen, sauge diesen einzigartigen Duft, der das Haus erfüllt, tief in meine Lunge und lächle auf dem Treppenabsatz stillvergnügt vor mich hin. Es ist nicht einfach nur Weihnachten. Es ist Weihnachten zu Hause. Auch wenn es in Anbetracht der Massen an Keksen, die ich seit meiner Ankunft gestern Nachmittag schon gegessen habe, weit hergeholt ist, habe ich das Gefühl, als wäre ich vier Kilo leichter. Auch mein Herz schlägt ruhiger, außer jetzt, wo ich den Fuß auf die Treppenstufe setze. 

mehr lesen 0 Kommentare

Kapitel 23 - Eingeladen

Johnny

Der Frühstückstisch ist bereits gedeckt, als ich in die Küche komme, Jiři sitzt auf seinem Platz und trinkt seinen ersten Kaffee, ebenso wie Matĕj, Markéta steht an der Arbeitsfläche und schält eine Orange.

„Guten Morgen“, zwitschert sie.

„Morgen.“ Ich habe mich in den letzten Wochen an das frühe Aufstehen gewöhnt, aber so viel Schwung und gute Laune wie Markéta sie an den Tag legt, schaffe ich trotz Pillen zu dieser Uhrzeit nicht. 

mehr lesen 0 Kommentare

Kapitel 22- Übersehen

Alena

Neben dem Betonkasten, in dem die Mülltonnen lagern, steht ein großer Busch. Rhododendron vielleicht. Jedenfalls nichts, was bei uns auf dem Hof wächst. Aber es sieht nett aus. Ein bisschen Grün im Novembergrau. Hinter den Fenstern brennt vereinzelt Licht. Im Erdgeschoss links ist es dunkel. Ob das die Wohnung ist?

Ich greife nach Laurenz‘ Hand, lehne mich an ihn und bin sicher, dass er meinen Herzschlag spüren kann. 

mehr lesen 0 Kommentare

Kapitel 21 - Schatten

Johnny

„Wir fahren morgen am besten um halb sieben los, Matĕj. In Ordnung?“

Matĕj hebt den Kopf in Markétas Richtung. Es gelingt ihm immer besser, sich akustisch zu orientieren. Im Augenblick scheint ihn das allerdings nicht besonders zu interessieren. Seine Gesichtszüge spiegeln Irritation. „Wieso? Wohin?“

„Dein Arzttermin.“

Innerhalb einer Millisekunde ändert sich Matĕjs Körperhaltung. Er senkt den Kopf, seine Schultern straffen sich und seine Hände fassen das Stück Brot und das Messer so fest, dass die Sehnen hoch hervorstechen. Ich bin mir außerdem sicher, seinen Kiefer knacken zu hören. 

mehr lesen 0 Kommentare

Kapitel 20 - Zu dir, zu mir, zu uns

Alena

Ich bleibe abrupt auf der vorletzten Treppenstufe stehen, sodass ein Kommilitone in mich hineinläuft und mich ins Wanken bringt.

„Oh, sorry, tut mir leid“, sagt er, während er gleichzeitig meine Schultern festhält und verhindert, dass ich nach vorn stolpere.

„Kein Ding. War meine Schuld“, stottere ich. Er nickt, ich lächle ihm entschuldigend zu, und er eilt zu den Fahrradständern. 

mehr lesen 0 Kommentare